Das bin ich

Das bin ich

Ich bin Christian, 47 Jahre alt, selbständig und schon immer Italien-Fan.

Christian

Wie die meisten anderen Menschen, die schon fast ein halbes Jahrhundert hinter sich haben, kann auch ich auf einige Meilensteine in meinem Leben zurückblicken. Schöne, an die ich gerne denke. Schmerzhafte, die mich stark geprägt haben und vielleicht sogar wertvoller waren als die schönen Erinnerungen. Und solche, die ich am liebsten vergessen würde, weil sie mich nur gebremst haben.
Und im Moment, wo ich gerade diese Zeilen über mich selbst schreibe, frage ich mich, welche Meilensteine (und auch Stolpersteine) wirklich wichtig waren und welche euch so interessieren könnten.

Am einfachsten fange mich mal mit den Infos an, die mich zwar am wenigsten ausmachen und beschreiben, die aber zumindest in Deutschland immer so als erstes abgefragt werden:

Meine berufliche Situation

Das lief am Anfang ganz normal: Schule (mit Höhen und Tiefen), Studium, Berufseinstieg, Karriere.
Dann kam die Wende: Just in dem Moment, als ich intensiv darüber nachgedacht habe, wie es in meinem Leben weitergehen könnte und ob das denn schon alles gewesen sein soll, hat mein Arbeitgeber Insolvenz angemeldet. Das war 2008.

An sich kam mir das ganz gelegen, denn schon seit einigen Jahre hat es mich immer stärker nach Italien gezogen, das seit 2000 zunehmend zur zweiten Heimat für mich wurde (näheres könnt ihr unter Das ist mein Leben in Italien nachlesen). Andererseits offenbarte sich mir durch den Job-Verlust schlagartig eine blöde Erkenntnis. Nämlich, dass Träume und Ziele oft Nebenbedingungen ausblenden, die sich erst dann zeigen, wenn man den ersten Schritt zur Verwirklichung des Traumes gegangen ist. Und eine dieser Nebenbedingungen für ein Leben in Italien ist eben auch die finanzielle Absicherung.

Mit meinem Immobilienbesitz in Italien war ich noch nicht so weit, dass ich als Selbstversorger hätte leben können, was mein ursprünglicher Plan war. Arbeiten in Italien im angestammten Beruf geht auch nicht, da ausländische Abschlüsse in Italien kaum anerkannt werden. Außerdem war dafür mein Italienisch noch nicht gut genug. Kellnern (hab ich probiert) macht zwar Spaß, lässt aber gerade in der schönsten Jahreszeit zu wenig Freizeit …

Aber in eine abhängige Erwerbstätigkeit wollte ich auf keinen Fall mehr.

Also der Kompromiss: Ich habe mich mit meinem ehemaligen Chef gemeinsam selbständig gemacht. Er verbringt seine Zeit genauso gerne in Spanien wie ich in Italien. Beide wollten wir die Möglichkeit, bei moderatem Verdienst unseren Beruf weiter ausüben zu können. Und das am liebsten so, dass man nicht unbedingt immer vor Ort sein muss sondern auch mal per Internet arbeiten kann.

Christian
So sehe ich aus, wenn ich bei Kunden bin.

So arbeite ich seither selbständig als Berater für Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement und Fachredakteur. Flexibel und örtlich wenig gebunden. Mir als Öko-Fuzzi verzeihen die Kunden auch mal den Dreitagebart und vernarbte Schrammen an den Händen.

Zwischenfazit: … läuft!


Meine Lebenssituation

Arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten? Ich habe mich für das Leben entschieden! Was nicht heißt, dass ich lebe anstatt zu arbeiten. Im Gegenteil. Zwar ist meine Erwerbstätigkeit nur noch ein kleiner Teil meines Lebens, aber auch der Rest ist mit sehr viel Arbeit verbunden.

Ich versuche, so unabhängig wie möglich zu leben. Zwar bin ich noch kein vollständiger Selbstversorger, aber es geht schon langsam in die Richtung. Große Gemüsegärten, Obstwiesen, Bienen, Tiere … all das will gepflegt und betreut werden. Hierfür besitze ich mit meinem Bruder gemeinsam ein Grundstück mit Haus in Oberschwaben und mehrere Grundstücke in Norditalien am Lago Maggiore.

Wir essen das, was wir selbst erzeugen (und natürlich all die leckeren Sachen, die die italienischen Wochenmärkte uns aufdrängen), heizen mit dem Holz, das wir selbst fällen und verarbeiten, erledigen alle Bau- und Renovierungsarbeiten selbst … da bleibt nicht viel Zeit zum Faulenzen.

Trotzdem möchte ich dieses Leben nicht mehr eintauschen gegen das Hamsterrad mitteleuropäischer Erwerbstätigkeit. Trotz aller Arbeit bleibt viel Zeit zum Wandern und Bergsteigen, für Freunde, kurze Reisen und die vielen anderen kleinen Dinge, die das Leben so viel mehr aufwerten als Karriere, Macht, Geld oder ein großes Auto.

Meine Perspektive

Oben habe ich als Zwischenfazit geschrieben „… läuft!“ Und ja, es läuft. Aber unkompliziert ist anders. Ich lebe komfortabel in Deutschland und bescheiden rustikal in Italien, arbeite akademisch selbständig für Geld und landwirtschaftlich für mich, verbringe viel Zeit allein und noch mehr mit Menschen, die mir viel bedeuten, habe von allem etwas … aber insgesamt zu viel!

Ich fühle immer stärker, dass ich mein Leben vereinfachen möchte, mich entscheiden muss. Denn oft sehe ich mich nicht mehr IN all den Aspekten meines Lebens sondern dazwischen. Zwischen Deutschland und Italien, zwischen der Selbständigkeit und dem Selbstversorgerleben und zwischen mir und den Menschen, die mir wichtig sind. Als Diplomökonom würde ich sagen, eine Konsolidierung ist nötig. Als Mensch sage ich:

„Mein Leben braucht eine klare Richtung.“

Und diese Richtung weist eindeutig gen Süden! Ich möchte in den nächsten Jahren mein Leben komplett nach Italien verlagern.

Ich werde dort nicht von dem leben können, was ich mit meinen Händen schaffen kann – ist aber auch nicht nötig. Denn ich habe die Möglichkeit, einen Teil meiner Hütten so auszubauen, dass ich sie als Ferienhäuschen vermieten kann. Ein bisschen wie Ferien auf dem Bauernhof – nur eben in der schönsten Landschaft, die Europa zu bieten hat.

Christian Onone
In der Wildnis des Valle Cannobina schmeckt’s besonders gut.

Ich habe schon immer gerne Menschen um mich herum, freue mich über Gäste, koche gerne, teile gern mein Leben und meine Erfahrungen … also sollte ich auch ein guter Gastgeber sein. Und genau das ist mein neuer Fokus. Es wird zwar ein paar Jahre dauern, bis alles soweit ist, aber mit diesem Ziel vor Augen fallen die einzelnen Schritte weniger schwer.

Ich freue mich, dass ihr zu meinem Blog gefunden habt und mich so vielleicht ein paar Monate auf meinem Weg begleitet. Ich hoffe, ich kann euch ein bisschen was interessantes bieten. Die nächsten Monate und Jahre werden zumindest für mich spannend!

3 Gedanken zu „Das bin ich

  1. Hallo und guten Abend, Christian
    wie die verehrte Gisela auch, bin ich zufällig soeben auf diese Seite gestoßen. Was ich zur Kenntnis nehmen durfte klingt alles nach selbst erlebtem, erfahrenem und vor allem lebensnah und angenehm geschrieben. Wir sind stolze, genervte Besitzer eines kleinen Häuschen, auf der Ostseite des Lago in Laveno-Mombello, weil uns die Handwerker, Arch., Geometer
    und Behörden seit rd. eineinhalb Jahren mit immer neuen Ideen und angeblichen Vorschriften traktieren.
    Nun denn, auch das geht irgendwann zu Ende und sei es durch den Verkauf des Hauses, da einem die Oben- genannten den Spaß und das Vergnügen an Italien
    schon nehmen können. Aber es gibt alternativ ja auch noch andere, schöne Gegenden wo man sich nieder-
    lassen kann. In diesem Sinne weiterhin einen angenehmen Aufenthalt und eine gute Zeit!
    Diese Homepage werde ich selbstverständlich weiter
    im Auge behalten. Herzliche Grüße Rudolf

  2. Hallo Christian
    ich bin zufällig auf diese Seite gestossen, seehr interessant. Vorallem, da wir z.Z. gerade auch überlegen, uns was Kleines zu Kaufen. Wir werden es dieses WE besichtigen gehen und im Vorfeld habe ich die unmöglichen Konditionen des Hauskaufs bereits studiert. Die hier angegebene Version ist aber schön praktisch, weil zusammenhängend und vorallem – mit Selbsterfahrung – geschrieben. 😉
    herzlichen Dank und alles Gute weiterhin. Ich werde sicher immer wieder mal auf dieser Homepage reinschauen.
    liebe Grüsse,
    Gisela

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